Quelle: Stationen der Hirzler Geschichte von Jürg Winkler
Nicht so alt wie jene der Landschaft, doch immerhin über 700 jährig ist die Geschichte der Bewohner des Hirzels. 1269 werden erstmals Güter "in Hirsol" urkundlich erwähnt. "De Hirsel" - was so viel wie "Hirsch-Suhle" heisst - war Jahrhunderte lang kein eigentliches Dorf, sondern bestand aus verstreuten Einzelhöfen, die da und dort später zu Weilern heranwuchsen. Betrieben wurden Viehzucht, Gras- und Milchwirtschaft, früher auch noch recht viel Acker- und Obstbau, hauptsächlich zur Selbstversorgung.
Wegen seiner Lage an der seit dem 13.Jh. viel begangenen Handelsstrasse Zürich-Horgen-Zug als Teil der Gotthard-Route, später zusätzlich wegen der Grenzlage zur katholischen Innerschweiz, spielte der Hirzel stets auch strategisch eine wichtige Rolle. Kein Wunder, dass sein Gebiet mehrmals unter Kriegen zu leiden hatte, so bereits 1443 im Alten Zürichkrieg, später auch im Kappeler-, im Villmerger- und zuletzt im Sonderbundskrieg. Im 2. Villmergerkrieg 1656 wurden z.B gegen 80 Hirzler Häuser und Scheunen ausgeraubt und niedergebrannt, weshalb hier nur ganz wenige Bauten aus dem 17.Jh. übrig geblieben sind.